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Kurzfristiger Minijob für Schulabgänger

Nach dem Schulabschluss nutzen viele ehemalige Schülerinnen und Schüler die Zeit für einen Minijob. Zwischen Schule und Ausbildung oder Studium können sie grundsätzlich eine kurzfristige Beschäftigung ausüben. Welche Besonderheiten zu beachten sind, erklären wir in unserem Beitrag.

zuletzt aktualisiert am 2. Januar 2024

Kurzfristige Beschäftigung – Der Minijob für wenige Wochen

Eine kurzfristige Beschäftigung ist von vornherein auf einen Zeitraum von maximal 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr befristet. Die Höhe des monatlichen Verdienstes spielt bei einer kurzfristigen Beschäftigung grundsätzlich keine Rolle. Eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung liegt aber nur vor, wenn sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Weitere Informationen zu kurzfristigen Beschäftigungen finden Sie auf unserer Internetseite.

Berufsmäßigkeit einer Beschäftigung

Wer kurzfristig beschäftigt ist, arbeitet zeitlich befristet. Der Verdienst aus einem kurzfristigen Minijob kann daher nicht die Haupteinnahmequelle der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers sein. Anders ausgedrückt: Der Verdienst aus einem kurzfristigen Minijob kann nicht den Lebensunterhalt sichern. Das gilt auch bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern. Liegt der durchschnittliche monatliche Verdienst oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze (2024: 538 Euro), müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Berufsmäßigkeit prüfen. Entscheidend für ehemalige Schülerinnen und Schüler ist in diesem Zusammenhang, welche Pläne sie nach der Schule haben.

Wird eine kurzfristige Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt, ist sie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei. Mehr zum Thema Berufsmäßigkeit erklären wir in unserem Magazinartikel „Kurzfristige Minijobs – berufsmäßig oder nicht?“.

Keine Berufsmäßigkeit zwischen Schulende und Studium

Nicht selten folgt für ehemalige Schülerinnen und Schüler zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein Studium oder eine Fachschulausbildung. In diesem Fall besteht während einer kurzfristigen Beschäftigung keine Berufsmäßigkeit. Das gilt auch, wenn Schulabgängerinnen und Schulabgänger vor Beginn des Studiums ein in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum absolvieren. Auch in diesem Fall ist eine kurzfristige Beschäftigung möglich.

Berufsmäßigkeit zwischen Schulende und Erwerbstätigkeit

Anders ist dies bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern, die beispielsweise eine Ausbildung beginnen. Hier liegt eine berufsmäßige Beschäftigung vor, wenn der monatliche Verdienst 538 Euro übersteigt. Dann ist die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig und Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber melden diese an die zuständige Krankenkasse.

Auch bei einer Beschäftigung zwischen Schulende und den folgenden Tätigkeiten liegt Berufsmäßigkeit vor:

  • Berufsausbildung
  • Beschäftigung, die keine Berufsausbildung ist, mit einem Verdienst über 538 Euro
  • Duales Studium
  • Bundesfreiwilligendienst oder vergleichbare Freiwilligendienste
  • Beginn eines Dienstverhältnisses als Soldat auf Zeit, auch wenn danach die Aufnahme eines Studiums beabsichtigt ist
  • Beginn eines Dienstverhältnisses als Beamtin oder Beamter
  • Freiwilliger Wehrdienst

Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern können für die Beurteilung der Beschäftigung unsere Entscheidungshilfe nutzen.

Weitere Informationen zum Thema Berufsmäßigkeit finden Sie auf der Internetseite der Minijob-Zentrale.

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J.Schmitz
JS
J.Schmitz

Hallo,

wir möchten gerne einen Schüler, der in diesem Jahr sein Abi macht und danach eine Ausbildung beginnt bei uns als kurzfristig Beschäftigten einstellen.
Bis wann können wir ihn kurzfristig beschäftigen bzw. wann verliert er seinen Schülerstatus?
Er hat einen Termin zur Notenbekanntgabe und einen Termin bei dem er sein Abiturzeugnis erhält. Wir sind uns nun aber unsicher bis zu welchem Termin wir ihn beschäftigen dürfen.

Vielen Dank für eine Antwort.

A. Growe
AG
A. Growe

Wir haben einen Abiturienten beschäftigt, der während der Schulzeit als Minijobber auf 520 EUR-Basis gearbeitet hat.
Nach seinem Abi bis zum Beginn des Studiums hat er in Vollzeit 40 Stunden pro Woche gearbeitet.
Mit Beginn des Studiums arbeitet er wieder als Minijobber.

Wie ist das abzurechnen? Muss ich ihn während der Vollbeschäftigung als Minijobber abmelden und mit Beginn des Studium wieder anmelden?

Claudia Riemensper...
CR
Claudia Riemensper...

Kann ein volljähriger Schüler gleichzeitig bei Arbeitgeber A geringfügig beschäftigt sein und bei Arbeitgeber B kurzfristig beschäftigt? Oder schließt die eine Beschäftigung die andere aus?

Kathrin Fritzsch
KF
Kathrin Fritzsch

Ein Student hat an zwei Tagen in der Woche gearbeitet. Er war als geringfügig Beschäftigter mit einer Befristung für 3 Monate eingestellt. Entgelt 520 € / Monat.
Wie lange ist die Wartezeit für eine kurzfristige Beschäftigung beim gleichen Arbeitgeber? 2 Monate? Werden dann die gearbeiteten 32 AT auf die 70 Tage bei kurzfristiger Beschäftigung angerechnet?

Katharina Weber
KW
Katharina Weber

Inwieweit muss man als sich als Arbeitgeber die beabsichtigten Pläne der ehemaligen Schülerin / des ehemaligen Schülers nachweisen lassen (z.B. Bestätigung der Hochschule über Studienplatz, etc.). Oft ändern sich in dieser Phase die Pläne auch noch einmal und statt einem Studium wird dann im nachhinein vielleicht doch erst ein Aushilfsjob angenommen, wodurch Berufsmäßigkeit gegeben wäre und eine kurzfristige Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze ausscheiden würde.