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Die Top 4 Gründe, beim Minijob in die Rentenversicherung einzuzahlen

„Im Minijob die Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen, bringt doch nichts.“ So oder so ähnlich schon mal gehört? Da ohne die Beiträge am Ende des Monats kurzfristig mehr in die Geldbörse kommt, befreien sich viele Minijobber von der Rentenversicherungspflicht. Es gibt jedoch gute Gründe, die Beiträge zu zahlen. Denn das hilft Ihnen die eigene Rente aufzubauen und sich für den Ernstfall abzusichern. Die Top vier Gründe im Minijob in die Rentenversicherung einzuzahlen, erfahren Sie hier.

Rentenversicherung im Minijob: Die Grundlagen

Als Minijobber oder Minijobberin unterliegen Sie der Rentenversicherungspflicht. Monatlich zahlen Sie einen Anteil Ihres Minijob-Verdiensts in die Rentenversicherung ein. Bei gewerblichen Minijobs sind das 3,6 % des Verdiensts, im Haushalt 13,6 %. Ihr Arbeitgeber steuert jeweils 15 % des Verdiensts im Gewerbe beziehungsweise 5 % im Haushalt bei. Das sind gerade einmal 16,20 Euro monatlich, wenn Sie im gewerblichen Bereich arbeiten und 450 Euro verdienen.

Bei Beginn Ihres Minijobs sind Sie automatisch rentenversichert. Nur auf Antrag können Sie sich befreien lassen. Aus den folgenden Gründen empfehlen wir das jedoch nicht.

4. Eine staatlich geförderte private Rente aufbauen

Die gesetzliche Rente wird für die meisten Beschäftigen später alleine nicht ausreichen. Schauen Sie sich also unbedingt nach privaten Alternativen um. Die gute Nachricht: Zahlen Sie mit Ihrem Minijob in die Rentenversicherung ein, können Sie die Riesterrente nutzen. Dabei schließen Sie einen privaten Versicherungsvertrag ab und zahlen regelmäßig Beiträge. Der Staat schießt jährlich finanzielle Zulagen von 175 Euro sowie 300 Euro für jedes Kind zu ihrem Vertrag hinzu – 185 Euro sind es für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde. Wenn Sie dann in Rente gehen, können Sie sich bis zu 30 % Ihres angesparten Betrages auf einmal auszahlen lassen.

Auch gut zu wissen: Wenn Ihr Ehepartner keinen eigenen Anspruch auf Förderung hat, dann darf er oder sie durch Ihren Anspruch auch riestern.

Vor dem Abschluss eines Riester-Vertrags sollten Sie prüfen, ob die Riesterrente sich für Sie eignet. Vergleichen Sie außerdem verschiedene Riester-Produkte, um hohe Abschluss- und Verwaltungskosten zu vermeiden. In unserem Artikel Riesterrente und Minijob finden Sie tiefergehende Infos und konkrete Zahlenbeispiele.

3. Durch Reha-Leistungen wieder auf die Beine kommen

Wenn man seelisch oder auch körperlich erkrankt, hat man in Deutschland Anspruch auf Reha-Leistungen, um wieder gesund zu werden. In einer Reha-Einrichtung macht man beispielsweise Krankengymnastik, lernt Entspannungstechniken oder nimmt an einer Psychotherapie teil.

Zu erkranken und dadurch nicht arbeiten zu können, kann jeden treffen – zum Beispiel durch schwere Rückenleiden wie einen Bandscheibenvorfall, Herz-Kreislauf-Probleme oder Depressionen. In Deutschland wurden 2020 knapp 1,4 Millionen Reha-Anträge gestellt.

Die Rentenversicherung zahlt solche Maßnahmen nur, wenn Sie in den letzten zwei Jahren mindestens 6 Monate eingezahlt haben. Darum ist es besonders wichtig, auch im Minijob in die Rentenversicherung einzuzahlen.

2. Im Ernstfall abgesichert sein durch die Erwerbsminderungsrente

In schweren Fällen kann es passieren, dass jemand trotz ärztlicher Hilfe aus körperlichen oder psychischen Gründen gar nicht mehr arbeiten kann. Es ist dann für viele Betroffene ein großer Schock, wenn das Einkommen plötzlich wegbricht. Falls dieser Fall eintreffen sollte und man weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, zahlt die Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente.

Aber Achtung: Auch hierfür müssen Sie in die Rentenversicherung eingezahlt haben – in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre. Die Erwerbsminderungsrente ist ein wichtiges Argument, im Minijob in die Rentenversicherung einzuzahlen, denn sie sichert Sie für den Ernstfall ab.

Wenn Sie neben Ihrem Minijob keine weitere Beschäftigung ausüben und dann ausfallen, reicht Ihre Erwerbsminderungsrente nicht für Ihren Lebensunterhalt. Sie haben dann möglicherweise Anspruch auf Grundsicherung oder andere Leistungen wie Sozialhilfe. In diesem Fall wenden Sie sich an das Sozialamt.

1. Die Rente erhöhen durch Anrechnung auf die Wartezeit

Der wichtigste Grund, im Minijob in die Rentenversicherung einzuzahlen: Der Minijob wird voll auf Ihre Wartezeit für die Rente angerechnet.

Welche Rente Sie später erhalten, staffelt sich nach den sogenannten Wartezeitmonaten. Das sind die Monate, die Sie in die Rentenversicherung einzahlt haben. 35 Jahre benötigt man für eine Rente für langjährig Versicherte, 45 Jahre sind es für eine Rente für besonders langjährig Versicherte. Und hier gilt: Je mehr Wartezeitmonate, desto höher die Rente. Wenn Sie also mit dem Minijob in die Rente einzahlen, steht später in der Regel unterm Strich mehr Geld auf Ihrem Rentenbescheid. Wenn Sie allerdings Anpassungsgeld beziehen – eine Ersatzleistung für Bergleute, die früher in den Ruhestand entlassen werden – gilt das für Sie nicht. Dann schmälert sich Ihr späterer Rentenanspruch, wenn Sie einen Minijob ausüben.

Falls Sie sich von den Zahlungen befreien lassen, erhalten Sie höchstens ein Drittel der Wartezeit, abhängig von Ihrem Verdienst.

Egal ob Sie ein Student sind, der mit einem Minijob als Kinderbetreuung die Einkünfte aufbessert oder eine Hausfrau, die sich als Reinigungskraft etwas dazuverdient – es lohnt sich für Sie, die Beiträge zu zahlen. Sie sammeln vollständig Wartezeitmonate, die dann später ein wichtiger Baustein Ihrer Rente sind.

Minijobber im Haushalt: „Ja“ sagen lohnt sich

Als gewerblicher Minijobber sind Sie ohnehin bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Wenn Sie jedoch als Haushaltshilfe arbeiten, müssen Sie sich erst von Ihrem Arbeitgeber anmelden lassen. Als angemeldeter Minijobber oder Minijobberin profitieren Sie dann von den Vorteilen. Hier gilt es, „Ja!“ zur Anmeldung zu sagen und sich aktiv um die Rente zu kümmern. So besiegeln Sie auch ganz nebenbei das enge Vertrauensverhältnis, das viele Minijobber und Minijobberinnen mit ihren Arbeitgebern haben. Denn Minijobber im Haushalt sind durch Putzen, Kinderbetreuung & Co. sehr nah dran am Leben ihrer Arbeitgeber. Also machen Sie’s offiziell und sichern Sie sich weitere Vorteile.

Haben Sie Fragen zum Thema Minijob und Rentenversicherung? Dann schreiben Sie uns in den Kommentaren!
Sie sind noch auf der Suche nach einem Minijob im Haushalt? Dann besuchen Sie unsere kostenlose Haushaltsjob-Börse. Dort finden Sie bundesweit Minijobs im Haushalt. Sie können auch Ihre eigene Anzeige aufgeben – für genau den Job, den sie suchen.

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Tanja
TA
Tanja

Wer stellt denn zu Beginn des Minijobs den Antrag auf Befreiung der Rentenzahlung? Kann das der Arbeitgeber eigenständig machen, wenn er keine Beiträge zahlen will?