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Schwankender Verdienst im Minijob – Worauf Arbeitgeber achten müssen!

Bei Minijobs stellt sich häufig die Frage, was passiert, wenn der Verdienst schwankt und in einzelnen Monaten die 520-Euro-Grenze übersteigt. Liegt dann überhaupt noch ein Minijob vor? Um dies festzustellen, muss der Arbeitgeber die zu erwartenden Verdienste schätzen. Wie eine Schätzung funktioniert und was bei schwankenden Verdiensten zu beachten ist, erfahren Sie hier. Um dies festzustellen, muss der Arbeitgeber die zu erwartenden Verdienste schätzen. Wie eine Schätzung funktioniert und was bei schwankenden Verdiensten zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Wie funktioniert die Schätzung?

Bei einem Minijob mit Verdienstgrenze darf ein Minijobber im Monat bis zu 520 Euro verdienen, in einem Jahr nicht mehr als 6.240 Euro. Wird diese Verdienstgrenze überschritten, liegt in der Regel kein Minijob mit Verdienstgrenze, sondern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor.

Der Arbeitgeber hat daher zu Beginn einer Beschäftigung eine versicherungsrechtliche Beurteilung vorzunehmen. Er prüft, ob es sich wirklich um einen Minijob oder um eine versicherungspflichtige Beschäftigung handelt. Ändern sich im Laufe der Beschäftigung wesentliche Merkmale, wie z.B. der Arbeitsumfang oder der vereinbarte Verdienst wird dauerhaft erhöht, so ist eine erneute Schätzung vorzunehmen.

Der monatliche Verdienst kann aus verschiedenen Gründen unterschiedlich hoch ausfallen. So kommt es in einigen Berufszweigen wie zum Beispiel im Eisverkauf, in der Landwirtschaft oder im Dachdeckerhandwerk saisonal bedingt oft zu Mehrarbeit. Da kann der Verdienst eines Minijobbers in einigen Monaten schnell mal über 520 Euro steigen.

Wenn der Arbeitsaufwand beispielsweise saisonal bedingt schwankt, muss der Arbeitgeber vergangene Zeiträume einbeziehen, um voraussehbare Umstände abschätzen zu können. Bei neuen Mitarbeitern ist der Verdienst eines vergleichbaren Arbeitnehmers zu berücksichtigen.

So gehts:

  1. Arbeitsentgelte jedes einzelnen Monats schätzen
  2. Arbeitsentgelte zusammenrechnen
  3. durch 12 Monate (oder tatsächliche Beschäftigungsmonate) teilen

Liegt der durchschnittliche Verdienst bei maximal 520 Euro, ist die Beschäftigung ein Minijob und muss bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden. Wird die 520-Euro-Grenze überschritten, liegt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor, die bei der Krankenkasse des Arbeitnehmers angemeldet wird.

Beispiel:
Ein Kellner im Eiscafé erzielt in den Monaten April bis September monatlich 650 Euro und in den Monaten Oktober bis März monatlich 250 Euro.

Berechnung:
6 x 600 Euro   = 4.200 Euro
6 x 250 Euro   = 1.500 Euro
Summe           = 5.700 Euro

Ein Zwölftel dieses Betrages beläuft sich auf 5.100 Euro / 12 = 475 Euro

Lösung:
Der regelmäßige monatliche Verdienst liegt unterhalb der Verdienstgrenze von 520 Euro, so dass der Kellner als Minijobber bei der Minijob-Zentrale anzumelden ist.

Was ist bei erheblichen Schwankungen des Verdienstes zu beachten?

Arbeitet ein Arbeitnehmer nur wenige Monate im Jahr in Vollzeit, das restliche Jahr aber so stark reduziert, dass sein Jahresverdienst die 6.240-Euro-Grenze nicht übersteigt, handelt es sich um eine erhebliche Schwankung. Er kann dann nicht als Minijobber angemeldet werden.

Beispiel:
Ein Abiturient überbrückt die Zeit bis zum Studienbeginn mit einer Aushilfsbeschäftigung als Kellner. Die Beschäftigung wird in der Zeit vom 1. Juni bis zum 31. Dezember ausgeübt und überschreitet in diesem Zeitraum einen Umfang von 70 Arbeitstagen. Hierfür erhält er folgenden Verdienst:

Juni bis August                     1020 Euro
September bis Dezember       60 Euro

Lösung:
Die Schwankungen in der Arbeitszeit verändern den Charakter der Beschäftigung derart, dass es sich nicht durchgehend um dieselbe regelmäßige Beschäftigung handelt. Die Tätigkeit kann daher nicht einheitlich beurteilt werden.
Die Beschäftigung ist in den Monaten Juni bis August kein Minijob mit Verdienstgrenze und muss bei der zuständigen Krankenkasse angemeldet werden. In der Zeit von September bis Dezember handelt es sich um einen Minijob mit Verdienstgrenze. Dabei ist es unerheblich, dass der Gesamtverdienst im Zeitraum Juni bis Dezember die zulässige anteilige Verdienstgrenze von 3.640 Euro (7 Monate à 520 Euro) nicht übersteigt.

Übrigens: Die Beschäftigung ist auch kein kurzfristiger Minijob, weil bereits zu Beginn feststeht, dass die Dauer von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen überschritten wird.

Was passiert, wenn der Verdienst unvorhersehbar schwankt?

Wird die Verdienstgrenze von 520 Euro unvorhersehbar oder nur gelegentlich überschritten – etwa bei Krankheitsvertretungen – gilt die Beschäftigung weiterhin als Minijob. Dies darf allerdings auch nur bis zu zwei Mal bis zum Doppelten der monatlichen Verdienstgrenze in einem Zwölf-Monats-Zeitraum vorkommen.

Beispiel:
Ein Verkäufer mit einem regelmäßigen Verdienst von monatlich 510 Euro übernimmt für einen Monat zusätzlich eine Krankheitsvertretung. Er verdient dadurch in diesem Monat 1000 Euro.

Lösung:
Die Beschäftigung gilt weiterhin als Minijob, da die monatliche Verdienstgrenze von 520 Euro nur gelegentlich (in einem Monat) und mit der Krankheitsvertretung nicht vorhersehbar überschritten wird.

Weitere Infos zur Verdienstgrenze von Minijobs und zu schwankenden Verdiensten gibt es auch auf unserer Homepage.

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Kerstin Gille
KG
Kerstin Gille

Warum jetzt für alle so komplizierte Regeln?Es ging doch bisher einfacher.

Astrid Bouvelet
AB
Astrid Bouvelet

„Schwankender Verdienst“ heißt bei mir, dass die Person in einem Monat z.B. 200,- € bekommt und dann 2-3 Monate nichts und dann vielleicht 350,- €.
Das führt regelmäßig zu Schätzungen und Rückfragen der minijobzentrale.
Kann es dazu auch einen Beitrag geben?
Danke!

Kristina M.
KM
Kristina M.

Ich habe seit vielen Jahren einen Minijob, in dem ich konstant 150 Euro verdiene. Jetzt würde ich gerne für eine befristete Zeit als Impfhelfer auch auf Minijobbasis arbeiten, zusätzlich zum bestehenden Minijob. Gilt das die Grenze von 5400 Euro insgesamt oder wie verhält sich das?

Maria A.
MA
Maria A.

Hallo Team der Minijob-Zentrale,
ein Beispiel: wir haben seit 11/2020 eine Mitarbeiterin auf Minijobbasis. Sie erhält Stundenlohn und leistet monatlich unterschiedliche Stundenzahl, je nach Bedarf. Zur Beginn der Beschäftigung haben wir geschätzt, dass sie max. 5400,00 € im Jahr verdienen wird. Die Grenze wurde eingehalten:
Nov 20 350,00 €
Dez 20 200,00 €
Jan 21 450,00 €
Feb 21 600,00 €
Mrz 21 250,00 €
Apr 21 350,00 €
Mai 21 400,00 €
Jun 21 250,00 €
Jul 21 450,00 €
Aug 21 550,00 €
Sep 21 650,00 €
Okt 21 800,00 €
Gesamt: 5.300,00 €
Wir schätzen, dass auch im 2. Beschäftigungsjahr (11/2021 – 10/2022) die Grenze von 5400,00 € nicht überschritten wird.
In 11/2021 hat sie 800,00 € verdient. Muss hier noch eine rückwirkende Betrachtung des 12-Monatszeitraums erfolgen? Wenn man hier 12 Monate rückwirkend betrachtet, also 12/2020-11/2021, dann liegt sie bei 5.750,00 € und hat in mehreren Monaten die 450€ überschritten. Oder reicht die Prognose für das 2. Beschäftigungsjahr ab 11/2021 für den Erhalt des Minijob-Status in 11/2021?
Vielen Dank im Voraus.

Tanja W.
TW
Tanja W.

Hallo liebes Team,
die 5.400€-Grenze wird bei unterjähriger Einstellung anteilig gerechnet. Wie ist bei Einstellung im Dezember vorzugehen? Der MA kann hier ja noch mit keinem anderen anderen Monat aufrechnen – wäre dieser dann für Dezember sv-pflichtig, wenn er über 450€ verdient? Oder geht man hier auch von der getroffenen Vorausschau aus, da er ja im Folgejahr die Minijob-Grenzen nicht übersteigen wird?
Danke im Voraus für Ihre Antwort.

Walter k.
WK
Walter k.

den Beitrag von Maria a. Und die Antwort der minijobzentrale kann ich nicht nachvollziehen. M. E. Liegt im November 2021 kein Minijob mehr vor, weil im Zeitjahr 5400 Euro überschritten wurden. Erst ab Dezember wäre es dann ggf. Wieder einer

Dieter
DI
Dieter

Wie verhält es sich wenn der Minijobber ALG oder Hartz 4 erhält?
Darf auch er mehr verdienen?

Delef
DE
Delef

Hallo liebes Team ,
ich habe folgende Frage , ich bin Rentner wegen langjähriger Versicherung, also Rente mit 63+ ,ich arbeite seit Januar auf 450,00 € Basis ,der Betrieb schließt am 30.9.2022.
bis dahin muss ich alle geleisteten Stunden abrechnen das währen im Sep. noch 89 h bis August habe ich monatlich 450 ,00 € (30h x15 €)bekommen kann der gesamte Betrag von den 89 h (1335 €) im September ausgezahlt werden ?

Paul
PA
Paul

das Jahr über wir in einer Praxis gearbeitet, bis auf in den Sommer- und Herbstferien! Der durchschnittliche Verdienst liegt aber aufs Jahr gesehen bei max. 5.400 €.
Kommt die geringfügige Beschäftigung in Frage?!?

Thomas
TH
Thomas

Meine Frau hat einen Minijob als Reinigungskraft. Mit Ihrer Regelstelle verdient sie deutlich unter 450 im Monat. Gelegentlich wird Sie an einer anderen Stelle als Urlaubs- oder Krankenvertretung eingesetzt. Diese zusätzlichen Zeiten werden als Überstunden verbucht und, wenn abfeiern nicht möglich ist, stückweise ausgezahlt. Es wird aber immer nur so viel ausgezahlt das sie nicht mehr als 450 im Monat hat. Ist das überhaupt zulässig? Wie ist es in einem solchen Fall mit der 3-Monatsregel bei Verdiensten über 450? Ich vermute das es nicht zulässig ist Überstunden aus mehreren Monaten zu einem Monatsgehalt zusammen zu fassen.

Ann-Kathrin
AK
Ann-Kathrin

Hallo liebe Minijobzentrale,
wenn jemand einen Minijob ausübt (regelmäßig 450,00) und der Vollzeit arbeitende Kollege Urlaub macht und der Minijobber die Stunden des Kollegen übernimmt (es gibt auch keine weiteren Angestellten), kann man ihn dann für diese 1-2 Monate als sozialversicherungspflichtig anmelden und danach wieder als Minijobber?

Frank
FR
Frank

Guten Tag,
ich arbeite neben meine Hauptberuf als Minijobber und gehe einem saisonal bedingtem Minijob nach. Nur zum Verständnis möchte ich folgende Frage stellen. Gilt das folgende Beispiel als Minijob und wäre eine erhebliche Schwankung auszuschließen?
Bsp.:
Verdienstzeitraum 30.09.21- 31.08.22 (12 Kalendermonate
September bis Oktober: 2x 450€
November bis Dezember: 1x 200€, 1x 450€
Jan- Feb.: Entfällt
März: 1x 100€
April bis Mai: 2x 450€
Die Verdienstgrenze für 10 Kalendermonate würde sich auf 4500€ belaufen. Die Summe der o.g. Beiträge würden insgesamt 2550€ ergeben.
Ist es möglich bei einer bleibenden Differenz von 1950€, diese in 3 Monaten zu jeweils 650€ aufzuteilen? Oder gilt es schon als erhebliche Schwankung?
Ich bedanke mich im Voraus.

Apple
AP
Apple

Hallo,
gerade fuelle ich den Arbeitsverag fuer meine Haushaltslife aus und will diesen Mustervertrag nutzen: https://www.minijob-zentrale.de/SharedDocs/Downloads/DE/Formulare/privat/10_Arbeitsvertrag.pdf;jsessionid=EEEEF839472E912352CF7DF418AED34F?__blob=publicationFile&v=10
Frage:

  1. sie sollte nur jede 2. woche kommen – wie sollte ich das unter Teil 3 angeben?
  2. kann den Gehalt im Bar bezahlt werden?

Danke und viele Gruesse