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Urlaubs- oder Weihnachtsgeld: Wie wirken sich Einmalzahlungen im Minijob aus?

Zum Verdienst einer Minijobberin oder eines Minijobbers gehören sowohl der monatliche Verdienst als auch einmalige Zahlungen wie zum Beispiel das Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Ob und wie Einmalzahlungen sich auf einen Minijob auswirken, erklären wir in diesem Beitrag.

Verdienstgrenze im Minijob

Ein Minijob liegt vor, wenn der Minijobber regelmäßig monatlich nicht mehr als 450 Euro verdient. Die Verdienstgrenze darf im Jahr 5.400 Euro also nicht übersteigen. Wird die Verdienstgrenze überschritten, liegt kein Minijob, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vor.

Hinweis: Die Verdienstgrenze soll ab dem 1. Oktober 2022 auf 520 Euro angehoben werden. Mehr dazu erklären wir in unserem Blog Minijob-Grenze steigt auf 520 Euro.

Für die Beurteilung, ob ein Minijob oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt, müssen Arbeitgeber wissen, ob Einmalzahlungen zum Verdienst hinzuzurechnen sind oder nicht.

Was ist eine Einmalzahlung?

Einmalzahlungen werden aus bestimmtem Anlass, zu einem bestimmten Zeitpunkt oder als einmalige Anerkennung gezahlt. Sie sind also nicht jeden Monat zu erwarten. Meist ist ein Anspruch auf Einmalzahlungen im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt.

Die wohl bekanntesten Einmalzahlungen sind das Weihnachts- und das Urlaubsgeld. Aber auch Jubiläumsgelder oder Prämien für Verbesserungsvorschläge zählen dazu.

Anrechnung auf die Verdienstgrenze im Minijob

Einmalzahlungen werden dem regelmäßigen Verdienst hinzugerechnet, wenn sie vertraglich zugesichert und wiederkehrend sind. Dann sind sie bei der Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Verdienstes mit zu berücksichtigen.

Einmalzahlungen, die dem Verdienst hinzugerechnet werden, sind zum Beispiel:

  • Weihnachtsgeld
  • Urlaubsgeld

Einmalzahlungen wie zum Beispiel

  • Jubiläumszuwendungen
  • Prämien für Verbesserungsvorschläge

zählen in der Regel nicht zum regelmäßigen Verdienst. Zum regelmäßigen Verdienst zählen nur jährlich wiederkehrende Zuwendungen und solche, deren Auszahlung zum Zeitpunkt der Berechnung des regelmäßigen Verdienstes bereits feststehen.

Eine Aufzählung weiterer Einmalzahlungen finden Sie hier.

Beispiel
Ein Arbeitnehmer verdient 400 Euro im Monat und erhält ein Urlaubsgeld in Höhe von 720 Euro. Es handelt sich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.
Der Arbeitgeber muss folgende Berechnung vornehmen:
400 Euro x 12 Monate = 4.800 Euro
Berücksichtigung der Einmalzahlung 4.800 Euro + 720 Euro = 5.520 Euro
Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt beträgt 460 Euro (5.520 Euro / 12 Monate).
Da die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten ist, liegt kein Minijob, sondern eine versicherungspflichtige Beschäftigung vor. Der Arbeitgeber muss seinen Arbeitnehmer bei seiner Krankenkasse anmelden.

Beispiel
Ein Minijobber erhält regelmäßig 450 Euro im Monat. Aufgrund einer längeren Betriebszugehörigkeit wird eine Jubiläumszuwendung in Höhe von 800 Euro gezahlt.
Der Betrag der einmaligen Jubiläumszuwendung in Höhe von 800 Euro wird bei Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts nicht berücksichtigt, weil es sich nicht um eine jährlich wiederkehrende Zuwendung handelt. Es liegt weiterhin ein Minijob vor, da die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat regelmäßig nicht überschritten wird.

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu unserem Beitrag? Schreiben Sie uns gerne in die Kommentare.

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H.A. Pauken
HP
H.A. Pauken

Müssen im 2. Beispiel die 800 € Jubiläumszuwendung trotzdem bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden ?

G. Preßler
GP
G. Preßler

Hallo,
wie ist es bei einer tariflich Einmalzahlung, zählt die auch nicht zu den 450 € die mtl. gezahlt werden? Darf die also zusätzlich gezahlt werden und der Minijob bleibt berücksichtigt.

T. Pfeuffer
TP
T. Pfeuffer

Hallo,
Wie sieht es bei Bonuszahlungen aus, die durch das anwerben von weiteren Mitarbeitern erlangt werden, wenn durch diese die Grenze von 5400€ in Jahr überschritten wird muss dann der Gesamtbetrag versteuert werden oder zahlt die Beschäftigung weiterhin als Minijob? Wenn ja wie ist dabei das rechtssichere vorgehen?

C. Tamm
CT
C. Tamm

Hallo, eine Mitarbeiterin mit EUR 450,–/mtl. muss ungeplanterweise kurzfristig für eine erkrankte Kollegin einspringen und erhält deshalb im betreffenden Monat ein wesentlich höheres Gehalt. Müssen wir sie deshalb für die Zukunft umschlüsseln auf beitragspflichtig? Falls nein – wie oft dürfen solche Ausnahmen vorkommen?

Ingrid Schöler
IS
Ingrid Schöler

Was kann man machen wenn der Arbeitgeber sich nicht an alles hält wie zum Beispiel wenn Arbeitstage auf einen Feiertag fallen.Meinem Mann stehen 10 Tage Urlaub zu weil er 2 Tage in der Woche arbeitet und 60% Schwerbehinderung hat bekommt aber nur 9 Tage und wenn ein Feiertag auf seinen Arbeutstag fällt wird nichts bezahlt

Franz Schmutzer
FS
Franz Schmutzer

Wie verhält es sich mit Fahrtkostenzuschüsse, wenn sie auch monatlich bezahlt werden ?
Müssen Zuschüsse zum ÖPNV mit den Pauschalsätzen abgerechnet werden, gilt ebenfalls die 520 EUR Grenze ?

Elfi Hinrichs
EH
Elfi Hinrichs

Ich hatte 4 Monate einen 450 € Job. Im Arbeitsvertrag steht 8 Tage Urlaub. Muss der Arbeitgeber mir noch anteilig Urlaub bezahlen?