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Arbeitsrecht im Minijob: Rechte und Pflichten im Fokus

Das Arbeitsrecht gilt auch für Minijobs. Minijobberinnen und Minijobber werden genauso behandelt wie Vollzeitbeschäftigte. Wir erklären, welche Rechte und Pflichten im Minijob gelten.

Wichtiger Grundsatz im Arbeitsrecht: Gleichbehandlung

Für Minijobs gilt im Arbeitsrecht der Grundsatz der Gleichbehandlung. Das regelt das Teilzeit- und Befristungsgesetz. Minijobberinnen und Minijobber dürfen nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare Vollzeitbeschäftigte. Sie haben einerseits die gleichen Rechte. Andererseits müssen sie aber auch bestimmte arbeitsrechtliche Pflichten beachten.

Mindestlohn gilt auch für Minijobber

Zu den grundlegenden arbeitsrechtlichen Regelungen gehört der Mindestlohn. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Beschäftigten mindestens den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Dieser gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahre. Selbstverständlich können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auch mehr als den im Gesetz geregelten Mindestlohn zahlen.

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt aktuell brutto 12,41 Euro pro Stunde. Die Grundlage für den Mindestlohn bildet das Mindestlohngesetz. Durch einen Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung kann jedoch auch ein höherer Mindestlohn gelten.

Bezahlter Erholungsurlaub im Minijob

Jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer steht bezahlter Erholungsurlaub zu. Das gilt auch im Minijob. Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt jährlich vier Wochen. Für diese Urlaubstage muss die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber den Verdienst weiterzahlen. Diese und weitere gesetzliche Regelungen beinhaltet das Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer (Bundesurlaubsgesetz).

Für den persönlichen Urlaubsanspruch ist entscheidend, an wie vielen Tagen die Minijobberin oder der Minijobber in der Woche arbeitet. Wie hoch der gesetzliche Urlaubsanspruch für Minijobberinnen und Minijobber ist, erläutern wir in unserem Artikel Urlaub im Minijob – so wird er berechnet. In diesem finden Sie auch den Urlaubsrechner der Minijob-Zentrale.

Lohnfortzahlung bei Krankheit

Werden Minijobber krank, haben sie Anspruch auf Lohnfortzahlung durch die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber. Diese wird für maximal sechs Wochen wegen derselben Erkrankung in voller Höhe geleistet. Dabei zahlen Arbeitgeber den Verdienst für die Tage weiter, an denen der Minijobber oder die Minijobberin ohne eine Erkrankung normalerweise gearbeitet hätte.

Diese arbeitsrechtlichen Regelungen sind im Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz) geregelt.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Artikel Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für Minijobber.

Lohnfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen

Minijobberinnen und Minijobber haben einen Anspruch auf Lohnfortzahlung an Feiertagen. Auch das ist im Arbeitsrecht geregelt. Fällt ein Feiertag auf einen Tag, an dem Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer sonst zur Arbeit verpflichtet wären, wird auch im Minijob der Verdienst weitergezahlt.

Die arbeitsrechtliche Grundlage bildet auch hierfür das Entgeltfortzahlungsgesetz.

Kündigungsschutz auch im Minijob

Für Minijobberinnen und Minijobber gilt der gleiche Kündigungsschutz wie für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer. Die gesetzliche Kündigungsfrist nach dem Kündigungsschutzgesetz beträgt vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Monats.

In Arbeits- oder Tarifverträgen können vom Gesetz abweichende (längere oder kürzere) Kündigungsfristen vereinbart werden.

Wichtig zu Wissen: Egal, ob von Seiten des Arbeitnehmers oder Arbeitgebers – eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss immer schriftlich erfolgen.

Auf unserer Internetseite finden Sie mehr Informationen zum Thema Minijob und Kündigungsschutz.

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Rechte bedeuten auch Pflichten

Beschäftigte profitieren häufig von den Regelungen im Arbeitsrecht. Diese Rechte bringen aber gleichzeitig auch Pflichten mit sich – sowohl für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber als auch für Minijobber. Die Kündigungsfristen gelten beispielweise für beide Seiten. Außerdem müssen sich Minijobberinnen und Minijobber zum Beispiel rechtzeitig krankmelden und ihrem Arbeitgeber über weitere Beschäftigungen informieren.

Ein schriftlicher Arbeitsvertrag schützt Minijobber und Arbeitgeber

Ein Arbeitsvertrag regelt alle wichtigen Bedingungen im Arbeitsverhältnis.

Dieser ist auch im Minijob sinnvoll, aber nicht zwingend. Liegt kein schriftlicher Arbeitsvertrag vor, müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten aber einen Nachweis über die wesentlichen Bedingungen ihrer Arbeit schriftlich aushändigen. Die elektronische Form ist nicht zulässig.

In unseren Musterarbeitsverträgen für den gewerblichen Bereich und für Privathaushalte sind die wichtigsten arbeitsrechtlich geregelten Punkte bereits enthalten. Sie können bei Bedarf um weitere Regelungen ergänzt werden.

Werden bestimmte Themen – wie z. B. die Kündigungsfristen – nicht gesondert geregelt, gelten mindestens die gesetzlichen Bestimmungen. Einen Überblick über die Inhalte eines Arbeitsvertrages erhalten Sie in unserem Beitrag Arbeitsvertrag im Minijob – das sollte enthalten sein.

Informationen und Bürgertelefon zum Arbeitsrecht

Allgemeine Informationen zum Arbeitsrecht im Minijob finden Sie auch auf der Internetseite der Minijob-Zentrale.

Für ausführliche arbeitsrechtliche Auskünfte und Informationen empfehlen wir Ihnen das kostenlose Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr sowie freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr unter der Telefonnummer 030 221 911 004.

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Iris Engels
IE
Iris Engels

Wenn ich als Minijobber Überstunden mache weil eine Kollegin krank/in Urlaub ist, kann ich diese ausbezahlt bekommen ?

Krasniqi Gjafer
KG
Krasniqi Gjafer

Wenn der Arbeitgeber kurzfristig anruft und den Arbeitnehmer um einspringen für 1 oder 2 Stunden fragt, der Arbeitabruf soll für mindestens für 3 Stunden erfolgen. Wenn nicht sollen 3 Stunden als Arbeitszeit berechnet werden?

Karen Kretzschmar
KK
Karen Kretzschmar

Ihre Aufklärung hat mir sehr geholfen und Mut gemacht früher in Rente zu gehen. Denn ich bin die erste Generation die bis 67 arbeiten müsse,
Leider kann ich mit der mir zustehenden Rente „bei Vollzeit im sozialen Bereich“nicht leben